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-ceg- 25.04.2005 14:22

Wahl des Studiums
 
Hallo zusammen!

Dies ist mein erster Eintrag. Ich stecke in einer für mich momentan sehr schwierigen Phase. Ich bin seit November 2000 freier Mitarbeiter in der Sportredaktion der "Ahlener Zeitung". Ich schreibe sehr viel (mind. 7 Artikel die Woche), habe feste Aufgaben. Ich war schon immer am Journalismus interessiert und bin es derzeit mehr denn je. Im Oktober habe ich mich für ein Volo bei den Westfälischen Nachrichten beworben. Die aber haben abgelehnt, weil ich kein Studium habe. Gleichzeitig waren sie von meiner Bewerbung und meinen Arbeitsproben sehr angetan. Der Tenor war/ist, dass ich nach einem Studium dort ein Volo bekommen kann. Nun ist mein Abi-Schnitt mit 2,8 nicht gerade optimal, um "Journalistik", "Publizistik" oder "PR/Öffentlichkeitsarbeit" zu studieren. Ich sehe kaum eine Chance dort Fuß zu fassen. Bei einem Termin am Arbeitsamt (Berufsberatung) empfahl man mir einen alternativen Weg. Die Studiengänge Politologie, Soziologie, Literaturwissenschaften und Germanistik scheiden für mich aber aus. Da habe ich einfach kein Interesse, dementsprechend wird meine Motivation sein, die wiederum großen Einfluss auf meine (Prüfungs-)Ergebnisse haben wird.
Nun reift bei mir immer mehr der Gedanke Deutsch und ein weiteres Fach auf Lehramt zu studieren, da ich mir unter Umständen auch vorstellen könnte (notfalls) als Lehrer zu arbeiten.
Primär möchte ich nach dem Studium aber Journalist werden, es wäre also nur ein Option. Zudem sagte man mir, es sei im Grunde egal, was ich studiere. Die Tatsache, dass ich studiert hätte, sei entscheidend.

Meine Frage: Macht es Sinn Deutsch auf Lehramt zu studieren? Oder habt ihr vielleicht eine gute Alternative?

textdoktor 25.04.2005 20:01

deutsch auf lehramt = germanistik bzw. literaturwissenschaft
 
also das verstehe ich dann nicht. du sagst doch dass germanistik bzw. literaturwissenschaft für dich ausscheiden. deutsch auf lehramt ist ja nichts anderes!

ein studium macht ja schon sinn, aber dir ist schon klar, dass du auf die zusage der westfälischen nachrichten, sie würden dich mit studium nehmen, in vier bis fünf jahren, wenn du das diplom in der tasche hast, nichts mehr geben kannst...

gibt es denn bei der ahlener zeitung keine chance, ins volontariat zu rutschen? wie alt bis du eigentlich?

was die wahl des studiums angeht: ich halte eh nichts davon, journalismus, publizistik oder so was zu studieren (und in den redaktionen sehen das viele leute ganz ähnlich). da macht es schon mehr sinn, wenn du ein fach studierst, das dir wirklich spaß macht, und nebenbei weiter als freier mitarbeiter schreibst, vielleicht das eine oder andere praktikum machst und dich für volontariate bewirbst. falls es doch klappen sollte, kannst du das studium ja immer noch abbrechen.

im prinzip kannst du also studieren, was du willst: jura und bwl sind in den redaktionen immer gefragt. aber wenn du im sportressort schreibst und vielleicht da weiter schreiben willst: warum nicht sportwissenschaften? vielleicht in kombination mit bwl? oder einer etwas exotischeren fremdsprache, wenn du da interesse hast?

noch ein tipp: an immer mehr unis kannst du ja inzwischen auch auf bachelor studieren. für journalisten ist das meiner ansicht nach die beste lösung, weil man da (mal abgesehen von fachjournalisten) im beruf eh selten die kenntnisse aus dem studium benötigt. da kommt es ja mehr darauf an, sich die sogenannten soft skills anzueignen, also selbstdisziplin, strukturiertes denken, die fähigkeit, sich schriftlich wie mündlich auszudrücken usw. und dafür reichen dann auch die drei jahre, die man für den bachelor braucht.

-ceg- 26.04.2005 15:47

Hey Textdoktor!

Danke erstmal für die Antwort und den Rat. Also ich bin 20 und ich weiß, dass die Situation in 5/6 Jahren schon wieder ganz anders aussehen kann in Bezug auf das Volo bei den Westfälischen Nachrichten.
Ursprünglich war es ja auch so geplant, dass ich ab Mai diesen Jahres bei der Ahlener Zeitung mein Volo mache. Dann wurde die AZ aber von den WN aufgekauft, den wir nun angehören. Und die wollen eben jetzt ein Studium als Voraussetzung.

Bezüglich der Wahl des Studiums kann ich nur sagen: BWL und so'n Kram interessiert mich echt nicht die Bohne. Sportwissenschaften wäre eine denkbare Alternative, aber so viel ich weiß, muss man dafür eine Aufnahmeprüfung machen und die soll sehr schwer sein. Ich kenne zwei Typen, die es probiert haben. Der eine hat`s geschafft, der andere nicht. Und beide waren ungleich sportlicher als ich. Da sehe ich für mich einfach keine echte Option, weil ich denke dort chancenlos zu sein.

Und noch eine Sache: Ich würde lieber Deutsch auf Lehramt studieren, um am Ende mehr in der Hand zu haben. Das ist doch eher ein zweites Standbein als Germanistik. Ich kann Deutsch ja dann auch mit Pädagogik, Politik oder Englisch kombinieren, woran ich Interesse hätte. Bis auf Päda wären die anderen Fächer sicherlich auch hilfreich in Bezug auf meinen eigentlichen Berufswunsch, dem des Journalisten!

textdoktor 26.04.2005 16:16

sport auf lehramt
 
dann würde ich mal checken, ob du nicht auch sport auf lehramt studieren kannst. meines wissens sind in den fächern, bei denen es aufnahmeprüfungen gibt (sport, kunst, musik) die hürden längst nicht so hoch, wenn man das im rahmen eines lehramtstudims machen will. vielleicht ist das ja eine möglichkeit. ansonsten klingt das dann doch nicht schlecht, und dann hast du immerhin ein zweites standbein. statt deutsch oder englisch würde ich dann aber doch eher politik studieren, bringt dir als journalist einfach mehr.

-ceg- 26.04.2005 17:22

Merci beaucoup!
 
Ahoi!

Habe mich gerade mal mehr oder weniger mühsam durch die alten Beiträge gearbeitet. Habe festgestellt, dass es ganz vielen so geht wie mir. Irgendwie bin ich jetzt total beruhigt. Das wird schon! Ich danke dir für deinen Rat.
Übermorgen fahre ich zur Uni nach Dortmund und quatsche dort noch mal mit der ZSB.
Wenn man mir dort nicht komplett von meinem bisherigen Plänen abrät, dann werde ich diesen Weg (Deutsch+Englisch/Politik auf Lehramt) wohl einschlagen.
Ab Mitte Mai mache ich übrigens ein Praktikum beim Radio.

Jetzt geht es mir zum ersten Mal seit Wochen wieder gut und ich habe wieder mehr Mut!

Dankeeeeeeeee!


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