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Alt 05.05.2000, 18:19   #1
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Standard Forderungen zum Urheberrecht

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bitte schickt diese Presseerklärung zum Urhebervertragsrecht weiter an
Freie und solidarische Menschen. Die IG Medien will mit einer Postkarten- und Mailaktion an das Bundesjustizministerium helfen, unsere Forderungen zur
Verbesserung des Urheberrechtes durchzusetzen.

Vielen Dank

Nicole Weber
IG Medien, Referat Freie

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Stuttgart, den 4. Mai 2000
IG Medien fordert Reform des Urhebervertragsrechts:
Start einer Postkartenaktion an die Adresse der Bundesjustizministerin

Faire Bedingungen und fairer Lohn für kreative Köpfe

Die IG Medien will mit der Verbesserung des Urheberrechts insbesondere erreichen, dass Urheber und ausübende Künstlerinnen eine gesicherte Existenz haben und sich nicht all ihre Rechte abkaufen lassen müssen. Als Reformvorschläge der Gewerkschaft liegen der Bundesregierung bereits folgende Forderungen vor:

· Urheberinnen und ausübenden Künstlern muss für jede Nutzung ihrer Beiträge eine angemessene Vergütung gesetzlich garantiert werden.
· Damit sich schöpferisches Arbeiten lohnt, muss verhindert werden, dass gesetzliche Vergütungsansprüche durch Vertrag abgekauft werden. Es soll ein ausgewogenes Verhältnis von Urhebervergütung und Ertrag des Verwerters sichergestellt sein.
· Die Laufzeit von Verträgen über Nutzungsrechte soll auf ein vernünftiges Maß begrenzt werden.
· Urheberinnen und ausübende Künstler müssen ihre Urheberpersönlichkeitsrechte selbst wahrnehmen können.

Die IG Medien fordert die Bundesregierung auf, eine Reform des Urheberrechts voranzutreiben und es nicht dabei zu belassen, dass Urheber und ausübende Künstlerinnen um Minimalbedingungen ihrer Urheberrechte immer wieder – und oft genug erfolglos – ringen müssen. In diesem Zusammenhang erinnert die Gewerkschaft die jetzige Regierung auch an den überfälligen Ausgleich für den fünfzehnjährigen “Lohnstopp” bei den gesetzlichen Vergütungen.

Das Urheberrecht soll die Rechte der schöpferisch Tätigen an ihren Werken, Darbietungen oder Fotos sichern. Daran orientiert sich die Vertragspraxis der Verwerter in keiner Weise. Vermehrt werden Urheberinnen und ausübenden Künstlern in Formularverträgen alle nur erdenklichen Nutzungsrechte abgenötigt, ohne dass sie an den Erlösen beteiligt werden. Bei Film, Funk und neuen Medien, z.B. dem Internet, macht sich in Urheberrechtsfragen Wildwuchs breit. “Als ‘Arbeitsrecht’ der selbständigen Urheber und ausübenden Künstlerinnen hat das Urheberrecht der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und den veränderten Beschäftigungsstrukturen nicht standgehalten,” so Monika Papke vom Geschäftsführenden Hauptvorstand der IG Medien. “Deshalb fordern wir den Gesetzgeber zum Handeln auf.”

Zur Unterstützung ihrer Forderungen startet die IG Medien eine Postkartenaktion. Die Postkarten, die die den neuesten Ausgaben der Zeitschriften “Kunst & Kultur” und “M - Menschen Machen Medien” beiliegen, sollen “mit freundlichen Grüssen” an die Bundesjustizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin. In den Publikationen sowie im Internet unter www.igmedien.de/pg/freie ist auch ausführlich nachzulesen, worum es bei der Reform des Urhebervertragsrechts im Einzelnen geht.
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