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Recherchefragen - Investigativ In diesem Forum geht es um die journalistische Recherche. Recherchefragen Informationen, Kooperationspartner, alle Themen zur Recherche.

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Alt 16.11.2005, 15:14   #1
kolumna1974
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Standard Chaotische Redaktion

Hallo Forum,
nun starte ich einen neuen Posting-Versuch in der Hoffnung, dass auf meine Frage irgendjemand antwortet, auch wenn ich keine Darm-Grippe habe...

Ich bin als freie Journalistin tätig und habe meine Wurzeln in der Tageszeitung, wo ich auch vor vielen Jahren volontiert habe. Nach dem Crash in der Medienbranche war auch ich arbeitslos und habe mich auf das Parkett der Freien gewagt. Über meine Auftragslage kann ich mich eigentlich nicht beschweren - es gibt zwar immer mal sehr gute, dann wieder weniger gute Monate, aber ich habe immer etwas zu tun.
Einer meiner Auftraggeber ist ein Wochenmagazin, das hier in zwei Gemeinden erscheint. Die Chefredakteurin wohnt ziemlich weit weg, hat also wenig Einblick in das Geschehen hier vor Ort, schreibt so gut wie nichts, sondern macht neben diesem Magazin noch zwei andere Wochenblätter für den Verlag und ist als Immobilienmaklerin unterwegs.

Schlechte Planung
In regelmäßigen Abständen gibt es ziemliche Unstimmigkeiten zwischen ihr und mir, denn ich verstehe ihr "Briefing" (was keines ist) einfach nicht. In der einen Woche heißt es: "Sie sind jetzt hauptverantwortlich für das Blatt x zuständig". Also gut - ich sammle Themen, mache Geschichten usw., und drei Wochen später heißt es: "Ach, ich habe kein Material mehr für das Blatt Y, jetzt kümmern Sie sich darum." Ich bin gewiss flexibel und alles, aber momentan geht es mir mit dieser "Planerei" nicht so sehr gut. Jede Woche gibt es andere Wünsche und Regeln, und die Absprachen werden mit großer Regelmäßigkeit über den Haufen geworfen. Letzte Woche hieß es, ich soll zur Gemeinderatssitzung in A gehen, heute erreicht mich eine Mail, in der steht: "Was Gemeinderatssitzungen anbelangt, da reden wir noch mal drüber, generell." Diese Gespräche finden dann immer am Telefon statt, und dann gibt es kein richtiges Ergebnis, das mal für eine Weile hält.

Muss ich sagen, wenn ich mein selbst recherchierets Material weiterverkaufe?
Zudem gab es noch eine Rüge: Ich hatte eine Geschichte recherchiert, die ein wenig brisant ist, und diese meldete ich für die aktuelle Ausgabe an, und sie war auch eingeplant. Diese Story hätte also am Freitag vergangene Woche erscheinen sollen. Gleichzeitig bot ich den Text einer Tageszeitung an, die ihn am Samstag bringen wollte - und es auch tat.
Allerdings schmiss die Wochenblattredakteurin (sie kommt nicht aus dem Journalismus) diese brisante Geschichte kurzerhand raus, weil íhr andere Themen wichtiger waren (Blutspendeehrung). Nun hat sie sich geärgert, dass diese brisante Geschichte schon in der Tageszeitung war und sie will sie nicht mehr veröffentlichen - dementsprechend auch nicht bezahlen. Zudem sagt sie, dass ich ihr künftig sagen muss, wenn ich meine Texte (die ich allein und ohne Auftrag recherchiere!) weiterverkaufe. Wir haben keinen Vertrag miteinander! Das besagte Wochenblattmagazin ist nicht wirklich superaktuell, manche Sachen kommen erst Wochen später und die Interviewpartner fragen oft nach, wann denn nun die Geschichte erscheint.

Layout wird umgeschmissen
Es gibt noch etliche andere Ungereimtheiten, und am meisten nervt mich dieser ständige Wechsel. Heute so, morgen wieder anders. Wenn ich eigenständig agiere, bremst sie mich aus, definitive Aufträge kriege ich nicht, sondern ich muss die Themen in der Regel vorschlagen. Es ist alles ziemlich unruhig und stressig und die Telefonate sind oft nicht konstruktiv, sondern verwirrend. Ich muss meine Seiten layoutet liefern, und da ich das Layouten gelernt habe, habe ich meine Gründe, warum ich Bilder so oder so platziere. Meine Seiten werden grundsätzlich umgeschmissen, die Aufmacherfotos werden enorm verkleinert und nach unten geschoben, und die nebensächlichen Bilder werden vergrößert und nach oben gesetzt.

Kein Leitfade
Ich bat schon mehrfach darum, eine Art Leitfaden schriftlich zu fixieren, in dem bspw aufgeführt ist, was nun redaktionell verwertet wird und was nicht. Denn in der einen Woche werden Konzertankündigungen von Vereinen groß veröffentlicht, und in der nächsten Woche sollen andere Vereine dann eine Annonce schalten und es gibt keinen redaktionellen Bericht. Ich steig da nimmer durch! Einen Leitfaden gibt es nicht, das Konzept wird oft umgeworfen und die supertollen Exklusivgeschichten hat man halt auch nicht jeden Tag an der Angel.

Keine Struktur
Ich bin ziemlich ratlos, denn wie verhält man sich? Das Honorar ist nicht superüppig, aber auch nicht verachtenswert. Bislang habe ich den Ball relativ flach gehalten und meine Arbeit geleistet, und dafür regelmäßig eine aufs Dach gekriegt, weil ich wohl zu eigenständig wurde. Dann meldete ich meine Artikel per Fax an und liefere sie nicht unaufgefordert, das ist jetzt auch wieder nicht richtig. Jetzt findet sonntags eine telefonische Redaktionskonferenz statt, bei der ich meine Themen vorschlagen soll, und heute heißt es wieder "Über Gemeinderatberichterstattung muss man generell mal reden".
Bei anderen Auftraggebern läuft das nicht so stressig. Da schlage ich Themen vor, und dann gibt es die Aufträge mit Zeilen- und Bildbestellung.

Wie soll man sich da verhalten??? Kennt jemand so eine Situation? Ich habe halt den Eindruck, dass die Chefredakteurin ziemlich überfordert ist, weil sie halt auch mangels Erfahrung nicht richtig weiß, wie man ein Blatt plant, und gleichzeitig meine ich, dass sie Angst hat, ich könnte zu stark werde, weil ich erstens hier vor Ort bin und zweitens eine "echte" Redakteurin bin.

Ich bitte um Rat. Meine Bitte, schriftliche Vereinbarungen zu treffen, wurde bislang nicht erfüllt.
kolumna1974 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2005, 17:11   #2
MHR
 
Beiträge: n/a
Standard Redaktionsalltag?

Moin, Moin Kolumna,

was du beschreibst, ist der typische Alltag in einer Wochenblatt- und Anzeigenzeitungs-Redaktion, den ich aus meinen Anfängen in eben dieser "Szene" mehr als gut kenne. Ich habe da zeitweilig bis zu 7 (in Worten: sieben) Titel pro Woche produziert. Sicher, die innenredaktionellen Gepflogenheiten variieren ein wenig, aber das Grundsätzliche ist wohl überall gleich.

Was schlechte Planung betrifft, so sehe ich das gar nicht so krass. Da ist eben vieles Hau-Ruck und auf Abruf. Und man ist wirklich gut beraten, sich flexibel zu zeigen. Du solltest versuchen, dir aus diesem Umstand einen gewissen Stand zu verschaffen und damit deine Position auszubauen.

Was die Doppelt- oder Zweitverwertung von Texten/Geschichten betrifft, musst du abwägen, ob es dir insgesamt nützt, wenn du zweigleisig fährst. Denn sonst kann es sein, dass du beispielsweise die Mitarbeit bei dem Wochenmagazin verlierst. Kann ich denen auch nicht verdenken. Auch das kenne ich zur Genüge. Mache denen von Fall zu Fall eindeutig klar, dass du als Freie arbeitest und das Thema X auch der Tageszeitung angeboten hast. Weise aber darauf hin, dass das Blatt einen Informationsvorsprung hat, den man nutzen sollte. Die wären blöd, wenn sie das nicht nutzen würde. Da muss eben eine andere Story rausfallen.

Das Thema Layout ist ähnlich zu bewerten. Hier agieren oft Laien und Stümper ohne jedes Verständnis für Gestaltung. Zudem werden oft Seiten umgeschmissen, weil plötzlich noch Anzeigen kommen. Dann wird geschoben, gedrückt, gelöscht auf Teufel komm raus. Versuche, am Produktionstag dabei zu sein. Dann wirst du nach und nach auch hier Einfluss haben. Es sei denn, dir ist es egal, Hauptsache Kohle

Stichwort Leitfaden: dann schreibe doch einen und biete ihn an. versuche, eine Diskussion dazu zu erreichen. Und wenn man dich zur Tür rauswirft, komme durchs Fenster wieder herein Steter Tropfen höhlt auch hier den Stein, sprich: die Einsicht.

Deine Situation mit der "Laien"-Chefredakteurin kenne ich sehr gut. Wenn du etwas erreichen willst, dann darfst du nicht klein bei geben, sondern musst immer mit guten Ideen präsent sein. Damit empfiehlst du dich und deine Arbeit. Und schaffst dir einen guten Stand. Wie gesagt, wäge ab, ob sich das lohnt, oder zeige denen ansonsten konsequent einen Vogel, wenn du gar nicht damit klar kommst. Ich rate dir aber zu dem von mir beschriebenen Weg.
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Alt 16.11.2005, 18:39   #3
admin
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Beiträge: 551
Renommee-Modifikator: 10 admin wird neutral bewertet
Standard Re: Chaotische Redaktion

Hi kolumna1974

Du schreibst:

Zitat:
Die Chefredakteurin wohnt ziemlich weit weg, hat also wenig Einblick in das Geschehen hier vor Ort, schreibt so gut wie nichts, sondern macht neben diesem Magazin noch zwei andere Wochenblätter für den Verlag und ist als Immobilienmaklerin unterwegs.
Zitat:
Ich habe halt den Eindruck, dass die Chefredakteurin ziemlich überfordert ist, weil sie halt auch mangels Erfahrung nicht richtig weiß, wie man ein Blatt plant, und gleichzeitig meine ich, dass sie Angst hat, ich könnte zu stark werde, weil ich erstens hier vor Ort bin und zweitens eine "echte" Redakteurin bin.
So wie ich das heraushöre ist der Knackpunkt in der Situation, Überforderung und Persönlichkeit der Chefredakteurin zu suchen. Und deshalb glaube ich nicht, dass Du mit irgendwelchen schriftlichen Leitfäden Erfolg haben wirst. Sie wird das als Angriff auf Ihre Autorität verstehen.

Ich würde ein bischen tiefer ansetzen und dazu übergehen, den telefonischen (mündlichen) Kontakt zu vermeiden und anstelle dessen auf E-Mail und Fax auszuweichen. Das zwingt die Gegenseite sich schriftlich, verbindlich und klar zu äußern. Man kann das ja ein bischen organisieren, indem man telefonisch weniger erreichbar macht, bestimmte Klarungsfragen aber per Mail stellt und um Antwort bittet. Das könnte die Situation vereinfachen. (Muss sie aber nicht.)

Und damit stellt sich die Frage, ob Du wirklich diesen Job weitermachen willst? Die Bezahlung ist nicht so gut, schreibst Du, liesse sich also durchaus durch andere Aufträge kompensieren..

Um im Umgang miteinander alle vertraglichen Unklarheiten zu beseitigen, rate ich Dir dringend, Auftragsbestätigungen zu verfassen. Zu dem Thema kann man sich ausführlich hier informieren:
http://www.mediafon.net/ratgeber_det...3745f91&lang=1
http://www.mediafon.net/ratgeber_ein...=40e02030053b4

Das schafft die von Dir eingeforderte Klarheit im Umgang miteinander. Zumindest was erteilte Aufträge, Inhalte und vereinbarte Lieferumfäge angeht. Situationen wie "Wir haben keinen Vertrag miteinander!" (Du hast schon einen, aber der ist mündlich erteilt) werden dann so nicht mehr auftreten.

Eine Auftragsbestätigung ist der Beste Weg, solche Situationen aus dem Weg zu schaffen, wenn Du beklagst: "Meine Bitte, schriftliche Vereinbarungen zu treffen, wurde bislang nicht erfüllt."

Mit einer Auftragsbestätigung kehrst Du quasi die Verhältnisse um. Du bist es, die den Auftrag verschriftlicht. Du bestätigst schriftlich (per Fax) die mündliche Vereinbarung. Sollte dieser Auftragsbestätigung nicht widersprochen werden ist die rechtsgültig. Du schaffst die Fakten!

In der Sache mit derMehrfachnutzung eines Beitrags hast Du in meinen Augen allerdings zurecht eine "Rüge" bekommen. Das hätte auch schlimmer ausgehen können:

Zitat:
Zudem gab es noch eine Rüge: Ich hatte eine Geschichte recherchiert, die ein wenig brisant ist, und diese meldete ich für die aktuelle Ausgabe an, und sie war auch eingeplant. Diese Story hätte also am Freitag vergangene Woche erscheinen sollen. Gleichzeitig bot ich den Text einer Tageszeitung an, die ihn am Samstag bringen wollte - und es auch tat.
Reden wir mal nur von der Rechtslage. Die Rechtslage ist so, dass wenn nichts vereinbart ist, ein Magazinbeitrag exklusiv ist, also ein ausschliessliches Nutzungsrecht gilt. (Für einen Zeitungsbeitrag gilt hingegen ein einfaches Nutzungsrecht). Dies ist eine Rechtslage, die sich in der allgemeinen Rechtssprechung durch Gerichte "eingebürgert" hat. Grundsätzliches dazu auch hier:
http://www.mediafon.net/ratgeber_det...=40e96fa65a234

Wenn Du also einen Magazinbeitrag recherchierst und ihn abgibts, dann darft Du den juristisch (!) gesehen nicht (auch nicht umformuliert) woanders anbieten (es sei denn Ihr habt vertraglich etwas anderes vereinbart). Das gilt m.E. ach dann, wenn der Beitrag nicht abgedruckt wird. Denn so wie ich das verstehe war ja ein Auftrag erteilt. Schlimmstenfalls könnte das Magazin sogar Schadenersatz geltend machen.
Der andere Punkt ist, dass Du, so wie ich das lesen, deine Doppelstrategie nicht mit Deinem Auftraggeber besprochen hast. Das ist psychologisch Verständlich, aber die Reaktion war auch abzusehen.

Auch hier - siehe oben - beseitigtdie Auftragsbestätigung zumindest die juristischen unklarheiten, denn da kannst Du die Art des Nutzungsrechts ja reinschreiben..
__________________
Peter Diesler (Admin)
Journalismus.com-Team
admin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2005, 20:47   #4
MHR
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Chaotische Redaktion

Zitat:
Zitat von admin
Und deshalb glaube ich nicht, dass Du mit irgendwelchen schriftlichen Leitfäden Erfolg haben wirst. Sie wird das als Angriff auf Ihre Autorität verstehen...Das zwingt die Gegenseite sich schriftlich, verbindlich und klar zu äußern...Um im Umgang miteinander alle vertraglichen Unklarheiten zu beseitigen, rate ich Dir dringend, Auftragsbestätigungen zu verfassen...
Hier spricht offensichtlich ein besonders guter Kenner der "Szene" Lasse dich (kolumna) nicht verrückt machen von solchen Argumentationen. Alles das geht an der Realität knallhart vorbei. So stelle ich mir (auch in Sachen Orthograpfie, oder wie das heißt) einen Journalisten-Trainer (nicht) vor

Zitat:
Zitat von admin
In der Sache mit der Mehrfachnutzung eines Beitrags hast Du in meinen Augen allerdings zurecht eine "Rüge" bekommen. Das hätte auch schlimmer ausgehen können: Reden wir mal nur von der Rechtslage...
dito, s.o. Auch das geht absolut an der Realität vorbei. Zumal es sich garantiert um keinen klassischen Magazinbeitrag handelt. Richtig ist, das man mit offenen Karten spielen sollte. Alles andere ist Tünnef. Schade oder peinlich, dass sich ein Admin zu solchen aus dem Zusammenhang gerissenen Argumentationen hinreißen lässt.
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Alt 17.11.2005, 01:27   #5
TXT - Biggi Mestmäcker
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Standard Re: Chaotische Redaktion

Zitat:
Hier spricht offensichtlich ein besonders guter Kenner der "Szene"
Zitat:
So stelle ich mir (auch in Sachen Orthograpfie, oder wie das heißt) einen Journalisten-Trainer (nicht) vor
Ich bitte dringend darum, im Interesse der doch so massiv geforderten Qualität des Forums auf polemische und persönlich motivierte Spitzen zu verzichten.

Zitat:
Schade oder peinlich, dass sich ein Admin zu solchen aus dem Zusammenhang gerissenen Argumentationen hinreißen lässt.
Das war keine aus dem Zusammenhang gerissene Argumentation. Sondern ein sachlicher Hinweis auf eine juristisch möglicherweise problematische Sachlage.

Klar gesagt: Wer Qualität fordert, sollte Qualität liefern. Und nicht fremden Webspace zur Verarbeitung eigenen Ärgers nutzen und dabei auch noch eine juristisch relevante Rufschädigung nach der nächsten begehen.
__________________
\"Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.\" (Mark Twain) - http://www.txt94.de
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Alt 17.11.2005, 07:49   #6
MHR
 
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Standard Re: Chaotische Redaktion

Zitat:
Zitat von TXT - Biggi Mestmäcker
Ich bitte dringend darum, im Interesse der doch so massiv geforderten Qualität des Forums auf polemische und persönlich motivierte Spitzen zu verzichten...Klar gesagt: Wer Qualität fordert, sollte Qualität liefern. Und nicht fremden Webspace zur Verarbeitung eigenen Ärgers nutzen...
Erstens verteile ich keine persönliche Spitzen, sondern gehe nur auf ein bestimmtes Posting ein. Kolumna hat eine Frage gestellt, die tief in die Praxis hinein wirkt. Also ist es meine Meinung, dass man sie auch auf die Realität der Praxis bezogen beantworten muss. Und das erchscheint mir in diesem Fall eben weitab davon. Auch, was sachlich richtig ist, kann im Detail kein guter Rat sein, weil es die Realität eben wenig tangiert.

Zweitens habe ich keinen Grund, irgendwelchen Ärger zu verarbeiten. Und in diesem Zusammenhang sollte auch der Hilfs-Admin nicht unangemessene Spitzen verteilen. Es geht überhaupt nicht darum, jemanden zu schädigen. Ich habe auf konkrete Sachverhalte meiner Meinung nach sachlich, aber pointiert geantwortet.
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Alt 17.11.2005, 08:12   #7
MHR
 
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Standard Re: Chaotische Redaktion

Zitat:
Zitat von TXT - Biggi Mestmäcker
Und nicht fremden Webspace zur Verarbeitung eigenen Ärgers nutzen und dabei auch noch eine juristisch relevante Rufschädigung nach der nächsten begehen.
Stellen wir mal ganz sachlich zu meiner angeblichen Rufschädigung fest:

Ich habe kund getan, dass meiner Meinung nach die Antwort auf ein Posting realitätsfremd ist. Ebenso bin ich der Meinung, dass der Zitierte von einem bestimmten Tätigkeitsbereich die Praxis nicht sehr gut kennt.

Ich habe weiterhin festgestellt, dass dieses Posting (und andere auch) nicht gerade ein Qualitätszeugnis in Sachen deutsche Rechtschreibung ist. Wer öffentlich kund tut, Journalisten-Trainer zu sein, der müsste hier bei aller Schnelligkeit des Mediums etwas mehr Achtsamkeit walten lassen. Sicher, niemand ist perfekt, aber man kann das Bemühen erkennen lassen.

Das sind meine Meinungen zu diesen Sachverhalten. Ich kann nicht erkennen, dass man solche nicht äußern darf. Wie gesagt, es geht mir hier überhaupt nicht um konkrete Personen, sondern nur um die Sache.
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Alt 17.11.2005, 08:54   #8
TXT - Biggi Mestmäcker
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Renommee-Modifikator: 16 TXT - Biggi Mestmäcker wird positiv eingeschätzt
Standard Re: Chaotische Redaktion

Ich bin kein Hilfs-Admin, sondern Moderatorin und tue genau das, was du forderst. Ich achte auf die sachliche Qualität der Beiträge.

Zitat:
Zitat von MHR
Wer öffentlich kund tut, Journalisten-Trainer zu sein,
Solche und ähnliche Einwürfe haben mit der Fragestellung nicht das Geringste zu tun und bringen weder die Diskussion noch die Fragerin weiter.

Jeder, der hier liest, wird merken, dass es kaum ein Posting hier von dir gibt, in dem du keinen Seitenhieb auf den Admin einbaust.

Ich wiederhole mich also: Unterlasse solche Zwischenbemerkungen und konzentriere dich in deinen Antworten bitte auf das Ursprungsposting.
__________________
\"Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.\" (Mark Twain) - http://www.txt94.de
TXT - Biggi Mestmäcker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.11.2005, 09:15   #9
MHR
 
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Standard Re: Chaotische Redaktion

Zitat:
Zitat von TXT - Biggi Mestmäcker
Ich bin kein Hilfs-Admin, sondern Moderatorin und tue genau das, was du forderst. Ich achte auf die sachliche Qualität der Beiträge.
ok - ich nehme die Hilfs-Admine mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und respektiere deinen Moderatoren-Status. Deswegen darf ich doch aber sicher im Detail auch anderer Meinung sein, oder?!

Zitat:
Zitat von TXT - Biggi Mestmäcker
Solche und ähnliche Einwürfe haben mit der Fragestellung nicht das Geringste zu tun und bringen weder die Diskussion noch die Fragerin weiter.
Ich meine schon, dass da ein gewisser Zusammenhang besteht. Es geht im vorliegenden Falle darum, einer Kollegin praxisnahe Ratschläge zu geben. Da hat der Admin zwar nichts grundsätzlich Falsches geschrieben, aber aus meiner Sicht ab realitätsfremd.

Zitat:
Zitat von TXT - Biggi Mestmäcker
Jeder, der hier liest, wird merken, dass es kaum ein Posting hier von dir gibt, in dem du keinen Seitenhieb auf den Admin einbaust.
Das ist, mit Verlaub, an den Haaren herbei gezogen. Unabhängig von der Person muss doch erlaubt sein, auf Zusammenhänge und Widersprüche hinzuweisen. Dazu gibt der Admin zugegebener Maßen des Öfteren brauchbare Vorlagen.

Zitat:
Zitat von TXT - Biggi Mestmäcker
Ich wiederhole mich also: Unterlasse solche Zwischenbemerkungen und konzentriere dich in deinen Antworten bitte auf das Ursprungsposting.
Ganz eindeutig: ich meine, dass ich sachlich diskutiere. Und wenn ich eine Zwischenbemerkung für notwendig und die Sache abrundend betrachte, dann werde ich sie auch kund tun. Und es hat sehr wohl einen gewissen Zusammenhang mit dem Ausgangsposting, wenn ein Journalisten-Trainer Dinge nur theoretisiert und nicht praxisbezogen darstellt und dazu auch noch Reserven in der Rechtschreibung erkennen lässt, die, das räume ich gern ein, auch dem schnellen Medium Internet geschuldet sind. Aber nicht ausschließlich.
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Alt 17.11.2005, 13:36   #10
kolumna1974
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Beiträge: 13
Renommee-Modifikator: 0 kolumna1974 wird positiv eingeschätzt
Standard Danke für Antworten

Hallo Forum,
vielen Dank für die beiden konstruktiven Antworten; sie haben mich in meinem Denk- und Schaffensprozess wirklich weiter gebracht, zumal ich mir ja wirklich die Frage stellen muss, ob ich noch länger Lust auf diesen Stress mit der Chefredakteurin habe. Ich fühle mich oft persönlich angegangen; ein Beispiel: Ich habe "aus Versehen" Anzeigenpartner an Land gezogen (die sprachen mich bei einem Pressetermin auf Annoncen an), die Info landete bei der Chefredakteurin und prompt hieß es zu mir: "Redaktion und Anzeigengeschäft laufen total getrennt, da sollten Sie sich nicht einmischen." Bislang hat sich noch keine Redaktion darüber beschwert, wenn ich Anzeigen angeschleppt habe...
Ich könnte etliche solcher nervigen und unschönen Ärgernisse aufzählen, die mich immer wieder in meiner Arbeit ausbremsen und auch blockieren.

Auftragsbestätigung ist gut
Die Idee vom Admin, alle Aufträge schriftlich zu fixieren und per Mail zurückzusenden finde ich sehr gut - so kann die Chefin ja gleich Einspruch einlegen, falls irgendwas daran ist, was sie stört.

Zum Thema Mehrfachverwertung
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Mehrfach-Verwertungskiste wirklich rechtlich so brisant ist wie vom Admin geschildert; immerhin habe ich die Story selbst entdeckt und selbst recherchiert, niemand hat mir den Auftrag oder den Hinweis gegeben - sie ist mein geistiges Eigentum und dann kann ich damit machen, was ich will. Ich muss zustimmen, dass es von mir nicht korrekt ist/war, nicht zu sagen, dass ich den Text noch andersweitig angeboten habe. Aber sie hätte die Story dann sicher auch nicht genommen.


Nervige Telefonate
Auch der Hinweis von Admin, die Telefoniererei zu straffen, ist für mich wichtig. Man will ja für seine Auftraggeber schon erreichbar und auch in gewisser Weise verfügbar sein - aber muss das in der Mittagessenszeit sein? Oder abends um 21 Uhr? Ich habe ein kleines Baby und auch einen Ehemann - und grundsätzlich scheppert immer dann das Telefon (mehrmals pro Woche), wenn ich grad mit Kind zum Arzt muss, wenn ich die Kleine füttere, wir zu Abend essen, wenn grad der Paketdienst klingelt oder auch mal Besuch da ist. Und vor zwei Wochen kam dann eine Mail: "Es macht mir keinen Spaß mehr, immer in Ihren Terminplan zu purzeln und Sie zu stören, weil Sie entweder Besuch haben, oder zum Arzt müssen".
Das hat mich ziemlich geärgert.

Nun ja, egal. Ich bin froh über Eure Hinweise und werde einige davon umsetzen.

Übrigens: Seit der Diskussion um das Niveau bei j.com hat sich hier wirklich etwas verbessert, finde ich, und das freut mich. Es war gut von MHR, dieses Thema mal angestoßen zu haben. Ein wenig unschön finde ich allerdings die Seitenhiebe gegen den Admin in meinem Posting; man kann zwar jemanden auf fachliche/sachliche Fehler aufmerksam machen und die eigene Meinung äußern, aber ich habe den Eindruck, dass man durch solche Einwände immer wieder vom eigentlichen Thema abkommt, weil die Kritik meinem Empfinden nach oft ziemlich persönlich ausfällt. Mein kollegialer Hinweis an MHR: Bitte lasse mal ein wenig die Vergangenheit ruhen und gebe diesem Forum eine neue Chance, sich qualitativ zu beweisen. Ich habe den Eindruck, dass Deine Kritik an der Qualikette angekommen ist und anhand der letzten Postings sehe ich schon, dass diese dubiosen Schreiber weniger geworden sind. Wenn es fachliche und sachliche Fehler gibt, dann mache darauf aufmerksam, aber ohne gleich persönlich zu werden. Kritik ist gut, aber sie sollte konstruktiv und nicht persönlich sein.
Ist einfach nur ein Rat von mir.
Fröhliches Schaffen Euch allen. [/b]
kolumna1974 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.11.2005, 13:46   #11
MHR
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Danke für Antworten

Zitat:
Zitat von kolumna1974
Ein wenig unschön finde ich allerdings die Seitenhiebe gegen den Admin in meinem Posting; man kann zwar jemanden auf fachliche/sachliche Fehler aufmerksam machen und die eigene Meinung äußern...
Moin, Moin Kolumna, danke für deine interessanten Anmerkungen in der Sache. Ich rate dir aber nach wie vor, abzuwägen, ob du nicht doch durch sachliche Beharrlichkeit mehr erreichst als wenn du die Zusammenarbeit einfach abbrichst.

Was deine Kritik an mir betrifft, so räume ich ein, dass man das so sehen kann. Ich wiederhole aber nochmals: mir geht es überhaupt nicht darum, den Admin zu diskredtieren, oder Seitenhiebe gegen ihn zu verteilen. Ich stelle nur meine Eindrücke im Zusammenhang mit dem dar, was hier geboten wird. Und ich meine, da haben auch solche wie die von mir genannten Aspekte ihre Berechtigung. Es geht mir überhaupt nicht um eine persönliche Aversion zu irgend jemand, es geht mir um die Sache und da nehme ich mir ggf. auch öffentliche Kritik heraus. Unredlichkeit meines Ansinnens lasse ich mir deswegen aber von niemandem unterstellen.
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